Natalie Wormsbecher

Wieder da!

31. Jan. 2017 17:46
in News, Ernste Themen, Aus meinem Leben

Wenn ich auf den letzten Eintrag schaue, ist der schon eine ganze Weile her. Wie begrüßt man nach einer solch langen Zeitspanne Leser, die vielleicht schon gar nicht mehr da sind? Hallo und willkommen zurück auf meinem Blog, du, der du dich hierher verirrt hast. ;)

Im heutigen Social-Media-Zeitalter gleicht es einem symbolischen Selbstmord, wenn man sich für längere Zeit aus dem (aktiven) Internet verabschiedet. Nach dem Motto: Es existiert nur das, was ich im Internet beobachten kann. Ich war seit einigen Jahren nicht mehr wirklich „beobachtbar“. Das lag an vielen Dingen, hauptsächlich an Zeitmangel und Prioritätenverschiebungen. Und ja, größtenteils habe ich kaum etwas vermisst. Dazu muss ich sagen, dass ich leider oft dazu geneigt habe, übers Internet Diskussionen anzuzetteln und sie auch zu führen, Streit und Drama waren für mich eng mit der Diskussionskultur im Netz verbunden. (Sind sie heutzutage immer noch, per Definition sozusagen, nur, dass ich mich jetzt in der Regel raushalte.) Es dürfte also kaum verwundern, dass ich mich eher erleichtert fühlte, dem Internet für eine Weile den Rücken zu kehren.

Auch der Zeitmangel spielte, wie gesagt, eine große Rolle. Ich war zwischendurch bei Tokyopop als interne Redakteurin fest angestellt und so ein 8-Stunden-Tag haut ganz schön rein. ;) Ich meine, ich war es ja gewohnt, schon früher viel zu arbeiten, aber diese Arbeit war größtenteils fremdbestimmt und erlaubte mir nicht, meine Ergebnisse online zu „teasern“ oder gar zu präsentieren. ;) Die wenige Freizeit, die mir da noch blieb, ging zum größten Teil auf organisatorische Dinge drauf, oder auf Entspannung. Ich habe trotzdem versucht, zwischendurch auch zu zeichnen. Tatsächlich sind sogar mehrere Schwarzer-Kater-Kapitel während meiner Tokyopop-Zeit entstanden. Auch das Artbook „Träume in Pastell“ und meine selbst veröffentlichten Schwarzer-Kater-Alben, sowie zahlreiche Convention-Besuche samt Verkäufen fallen in diese Zeit. Dennoch habe ich weniger gezeichnet als zuvor und es nahm immer mehr ab, bis ich heute froh bin, einmal in der Woche eine Zeichensession einzulegen – hauptsächlich in Bleistift.

Heute bin ich nicht mehr bei Tokyopop angestellt, auch wenn ich freiberuflich noch immer für sie arbeite. Das liegt daran, dass ich vor knapp eineinhalb Jahren ein Studium in meiner Heimatstadt Berlin angefangen habe. Jepp, ich studiere wieder. Und es ist toll!

Ende 2014 habe ich überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, ein Studium zu beginnen. Ich hatte ja schon mal versucht zu studieren, das ist jedoch eher in die Hose gegangen. Aber nun fühlte ich mich bereit. Ich wollte eigentlich Studium und Arbeit irgendwie miteinander verbinden, doch meine Vorgesetzten waren von der Idee leider nicht begeistert, also habe ich 2015 gekündigt und bin nach Berlin gezogen. Diese Entscheidung fiel mir unglaublich schwer, aber nach allem Überlegen, nach allen Gesprächen mit Familie und Freunden fand ich einfach, es wird Zeit. Und es hätte nicht knapper sein können. Nur ein Jahr später und es hätte keine Möglichkeit mehr für mich auf Bafög gegeben. Das wusste ich damals nicht, aber jetzt im Nachhinein bin ich froh über das Timing.

Der letzte Frühling in Hamburg war besonders schön. Hamburg bescherte mir schöne, sonnige Tage. Der Stress auf der Arbeit war zwar noch immer da, aber als ich die Entscheidung zu gehen getroffen hatte, herrschte in mir beinahe eine positive Erwartung. Die letzten Monate in Hamburg habe ich versucht, so ausgiebig wie möglich zu genießen.

Ich habe mir eine neue Brille gekauft und mir die Haare geschnitten.

Aber dann stand schon bald der Umzug an.

Inzwischen dürfte ich das Recht haben, aus vollster Innbrunst behaupten zu dürfen: Ich hasse Umzüge! Ich bin in meinem Leben so oft umgezogen, dass es nicht mehr witzig ist. Allein innerhalb Hamburgs hatte ich zwei Umzüge! Zwei zwischen Hamburg und Berlin und auch in Berlin selbst drei oder vier (davon einige, als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe). Vom großen Umzug nach Deutschland fang ich gar nicht erst an… Umzüge sind immer stressig und je älter ich werde, umso weniger Lust und Kraft kann ich auf einen neuen Umzug aufbringen. Diesen letzten Umzug habe ich sorgfältig geplant und trotzdem ist vieles schiefgegangen. Und was an Geld und Nerven da draufgegangen ist, will ich mich gar nicht dran erinnern. Meine neue Wohnung ist aber sehr schön, sie liegt sehr ruhig und hat eine schöne Aussicht, ob im Sommer oder im Winter.

Nur die Nachbarn sind ein bisschen laut, aber damit kann ich leben. ;) Ich lebe und studiere jetzt also in Berlin. Weil Bafög nicht reicht, muss ich nebenbei noch freiberuflich arbeiten. So läuft mein Leben mehr oder weniger geregelt und ruhig ab. Nur, dass ich immer wieder daran zurückdenke, dass ich doch wieder zeichnen sollte oder zumindest im Internet aktiver sein: YouTube-Videos posten, Bloggen, Facebook und Twitter pflegen usw. Aber dann denke ich, dass es so doch auch schön ist. ;) Ich genieße es eigentlich, mich mal komplett auf mich selbst zu konzentrieren. Das Studium tut mir sehr gut, ich lerne sehr viel und fühle mich mental gefordert. Irgendwann komme ich auf jeden Fall zum Zeichnen zurück. Nur momentan ist das nicht meine Top-Priorität. Ich hoffe, ihr versteht das. :)

Ach ja, außerdem habe ich einen neuen Mitbewohner:

Zum ersten Mal übernehme ich komplette Verantwortung für ein anderes Leben! Das ist irgendwie gruselig, aber auch aufregend. Ich möchte meinem kleinen Kater ein schönes, langes und gesundes Leben an meiner Seite ermöglichen. :)

Soweit von mir. Wie ist es euch in der Zwischenzeit ergangen? Habt ihr ähnlich schwerwiegende Entscheidungen für euer Leben getroffen? Schreibt mir, ich würde mich freuen, von euch zu hören! :D

Bis bald und alles Gute!
Eure Natalie

Bücher, Artbooks und Originalzeichnungen zu gewinnen!

11. Jan. 2013 11:34
in News, Life Tree's Guardian

Im Rahmen der Veröffentlichung meiner Kurzgeschichte Der König und die Blume habe ich einen Fanart-Zeichenwettbewerb gestartet, bei dem ihr mein Artbook Träume in Pastell, Mangabände von Life Tree's Guardian sowie Originalzeichnungen mit eurem Wunschmotiv von mir gewinnen könnt!!!

Bei diesem Zeichenwettbewerb wird das beste Fanart zu einer meiner Geschichten gesucht. Alle Storys sind erlaubt, ob es die Storys im Handel sind (Summer Rain, Dämonenjunge Lain, Life Tree's Guardian) oder die Online-Manga, die hier auf meiner Homepage zu finden sind (Schwarzer Kater, Der König und die Blume, Geheimnis usw.)

Zeichnet ein Fanart zu einer dieser Geschichten und gewinnt mit ein bisschen Glück einen der folgenden Preise:

Platz 1
Das Artbook Träume in Pastell (signiert)
Life Tree's Guardian 1-5 komplett in Box (signiert)
Ein Original A4-Bild mit Wunschmotiv

Platz 2
Das Artbook Träume in Pastell (signiert)
Life Tree's Guardian 1-3 (signiert)
Ein Original A5-Bild mit Wunschmotiv

Platz 3
Das Artbook Träume in Pastell (signiert)
Ein Original A6-Bild mit Wunschmotiv

Außerdem werden die Gewinnerbilder auf meiner Homepage, in meinem Forum und auf meiner Facebookseite ausgestellt!

Einsendeschluss ist der 1. April 2013!

Die Jury bin ich. :) Dabei achte ich nicht nur auf die zeichnerische Qualität des Bildes, sondern auch auf das Gefühl, das in ihm steckt. Wenn ich das Gefühl habe, dass jemand sich mit einer meiner Geschichten oder den Charakteren wirklich ganz besonders auseinander gesetzt hat oder ihnen eine ganz besondere Liebe entgegenbringt, dann zählt das für mich mehr, als ein sauberer Zeichenstil oder viele Details. Aber natürlich wird auch die zeichnerische Qualität beachtet!

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mitmachen würdet! :) Den Wettbewerb findet ihr auf Animexx unter DIESEM LINK. Aber auch Einsendungen per Mail an mail[at]menolly.de mit dem Betreff "Fanart Wettbewerb" (bitte nicht mehr als 5MB) oder per Post an

TOKYOPOP GmbH
Gewinnspiel Natalie Wormsbecher
Holstenplatz 20
22765 Hamburg

sind erlaubt! Wenn ihr euer Bild per Post schickt und es zurückhaben wollt, legt unbedingt einen frankierten Rückumschlag bei! Schreibt außerdem unbedingt eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer dazu, damit ich weiß, wie ich euch kontaktieren kann!

Viel Glück!
Eure Menolly

Vom Leben und Zeichnen

26. Jan. 2012 21:33
in Aus meinem Leben

Lang, lang ist's her seit meinem letzten Blogeintrag. Es ist zwar nicht so, dass ich jetzt unbedingt was Neues zu verkünden hätte, aber bevor ich meinen Blog weiter verstauben lasse, will ich einfach mal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, wie es im Moment um mich so steht. :)

Das wichtigste zuerst: Es geht mir gut. Ich wohne und arbeite immer noch in Hamburg. Bald ist es ein Jahr her, dass ich herkam. Als ich damals umzog, war alles ungewiss. Es war nicht absehbar, wie ich mich hier schlagen würde. Würde ich so weit von meiner Familie entfernt auf eigenen Beinen stehen können? Würde mir die Arbeit liegen? Würde ich trotzdem weiterzeichnen? Ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt auf das Jahr zurückblicken und jede dieser Fragen mit Ja beantworten kann. Ich bin ja eigentlich ein echtes Familienkind, darum hatte ich schon Bedenken, wie es sein würde, in einer fremden Stadt zu leben und meine Lieben höchstens einmal im Monat (leider oft noch seltener) besuchen zu können. Aber wir leben ja Gott sei Dank in fortschrittlichen Zeiten und dank Telefon und Skype (was für eine wundervolle Erfindung!!!) fühlt man sich gar nicht so weit entfernt. Man kann den anderen immer hören und sehen, wann man will. Das ist schön! So kann ich auch Freundschaften über die Entfernung ganz gut pflegen. Das funktionierte also besser als erwartet.

Die Arbeit läuft auch gut! Ich habe mich gut in der Firma eingelebt und gebe immer 150 Prozent! Natürlich gibt es auch mal dröge oder frustrierende Phasen, aber das ist beim Zeichnen ja auch nicht anders. Dafür wird man aber auch, wie beim Zeichnen, regelmäßig mit Erfolgserlebnissen belohnt. :) Ich glaube, dass mir nur solche Arbeiten liegen, wo ich all meine Leidenschaft und Kreativität auspacken kann, und hier ist es zum Glück der Fall. Ich habe keine Ahnung, wie gut ich tatsächlich bin, aber bislang hat sich bei mir auch keiner beschwert, darum bin ich optimistisch. ;) Ob ich das mein Leben lang machen könnte? Ich denke schon... Aber wenn ich NUR das täte, würde mir das Zeichnen schon fehlen. Denn das merke ich schon deutlich, dass nach einem 8-stündigen Arbeitstag ich oft so knülle bin, dass ich mich einfach nur hinlegen und gar nichts tun möchte. Das kommt dem Zeichnen natürlich nicht so wirklich zugute... Aber wenn ich die Illusion, dass ich in dem Tempo wie früher einfach weiterarbeiten könnte, ad acta lege und mich damit zufrieden gebe, dass ich nur alle paar Tage den Stift in die Hand nehmen kann, ist es so auch nicht so übel. Es tut mir nur so schrecklich leid für alle, die darauf warten, dass etwas Neues von mir kommt! >__< Bitte entschuldigt, Leute! Ich habe euch nicht vergessen! Es ist in der Mache, habt noch etwas Geduld!

Aber wenn ich ganz ehrlich bin, ist das so toll, keinen Abgabeterminen hinterherzurennen und einfach zu tun, was und wann ich will. Das ist so ein krasser Luxus! Bezahlen tu ich dafür mit meinem Tempo und damit, dass ich im Moment eben kein Geld mit dem Zeichnen verdiene. Kommt nämlich der Aspekt des Geldverdienens dazu, wird der Druck automatisch höher, man kettet sich an und malocht, malocht, malocht. Es ist nicht schlecht, aber es ist auch kein Leben, das ich jedem empfehlen würde. Man braucht viel Kraft, Geduld, Ausdauer und eine gehörige Portion Selbstaufgabe, um das zu schaffen! Wenn ihr also so wie ich einstiges 14-jähriges Naivchen stolz verkündet: "Ich will Mangaka werden!", dann wisst, womit ihr diesen Traum bezahlt. Es wird Zeiten geben, da werdet ihr frustriert und verzweifelt sein, am Ende eurer Kräfte, hilflos gegen die Zeit kämpfend - und dürft dann trotzdem nicht aufgeben. Das sind Momente, die ihr euer Leben lang nicht vergessen werdet, weil die Schuldgefühle, einen Termin doch nicht geschafft zu haben, euch euer Leben lang verfolgen werden. Und es wird passieren, irgendwann. Ja, auch jetzt arbeite ich viel und hart, aber im Vergleich zu früher, war das letzte Jahr ein echtes Lotterleben! Ich lebte wie die Made im Speck. Solche Begriffe wie "monatliches Einkommen", "Feierabend", "Mittagspause" und "Wochenende" kannte ich vorher nicht. Es ist unglaublich, wie sehr solche einfachen, für viele selbstverständlichen Dinge einem Sicherheit und Geborgenheit geben können. Nicht zu fürchten, was morgen ist, oder nächsten Monat, oder nächstes Jahr. DAS ist das, was ein Künstler nicht haben kann, trotz all der Freiheit und Selbstständigkeit, die er hat.

Das heißt trotzdem nicht, dass ich das Künstlerdasein nicht auch schätze. Ich war gerne Künstlerin und frei, ich habe täglich mit mir selbst gekämpft und ja, ab und zu habe ich verloren. Aber oft genug auch gewonnen und dieses Glücksgefühl, dieses Erfolgserlebnis ist mit kaum etwas sonst vergleichbar! Ich würde es jederzeit wieder tun, kopfüber in das kalte, dunkle Meer der Selbstständigkeit springen! Das ist, als würde man auf eine Abenteuerreise gehen, ohne Hotels oder Flugzeuge. ;) Es wird hart, kalt und einsam, aber man lernt auch viel, schöpft Erfahrung und Kraft, wird ein reiferer Mensch. Und wenn man dann irgendwann zurückkehrt, weiß man sein Zuhause umso mehr zu schätzen. Aber wie jeder Abenteurer, höre auch ich oft den Ruf der Wildnis. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass ich irgendwann wieder weiterziehe. ;)

Aber im Moment genieße ich mein Leben. Auch wenn es mich wieder vor neue Herausforderungen stellt. Meine aktuelle WG löst sich auf und da ich gedenke, erst mal in Hamburg zu bleiben, war ich den Januar über auf Wohnungssuche. Jetzt habe ich aber etwas gefunden, wie es scheint: Eine neue WG. Ich bin sehr froh, denn die letzten Wochen waren wirklich hart für mich und wie erwartet, kam ich noch weniger zum Zeichnen, als eh schon. Jetzt muss der Umzug geplant und durchgeführt werden, auch hier werde ich wohl kaum zeichnen können... Aber sobald ich an meinem neuen Wohnort angekommen bin und sich wieder alles normalisiert hat, wird mich nichts mehr davon abhalten, den Stift in die Hand zu nehmen! Ich bitte euch darum um eure Geduld und Nachsicht! Spätestens Ende Februar müsste alles vorbei sein und dann hört ihr bestimmt wieder was von mir!

Ich werde versuchen, meinen Blog auch weiterhin zu pflegen und zwischendurch immer wieder Updates zu geben. :) Ich danke euch für euren Rückhalt! Eure Kommentare, Mails und Nachrichten helfen mit sehr und geben mir Kraft und darum Danke! Bleibt auch ihr immer standhaft und tapfer, dann kann nichts schiefgehen. ;)

Bis (hoffentlich) bald!
Eure Menolly

Der letzte Band ist da!

12. Jan. 2011 11:23
in tokyopop, News, Life Tree's Guardian

Er ist endlich da! :D

Mein Vorabexemplar des fünften und letzten Bandes von "Life Tree's Guardian" war heute in der Post! Das heißt, dass in den nächsten Tagen er im Laden stehen wird! Holt ihn euch! :D

Wer mag, kann ihn auch zusammen mit einem Schuber kaufen. Eine Frage kam in letzter Zeit häufig auf, darum hier noch einmal:
Beim Schuber wird nur der fünfte Band dabei sein. Ihr müsst also nichts doppelt kaufen! Die anderen Bände werden weiterhin separat verkauft. :)

Vom Schuber habe ich noch kein Vorabexemplar bekommen, habe ihn aber schon beim Verlag gesehen. Scheint alles in Ordnung zu sein. Bin schon sehr auf eure Rückmeldungen gespannt! :D

Und hier noch mal die gesamte Serie:

Hehe! Ich bin grad ziemlich stolz. :3

Übrigens werde ich die aktuelle Chara-Umfrage demnächst auswerten. Wer noch mitmachen will, jetzt ist die letzte Gelegenheit! :D

Liebe Grüße
Eure Menolly

Japanophilie? Nein, danke!

11. Jan. 2011 11:44
in Kommentar, Ernste Themen

Heute kommt mal wieder ein Eintrag von mir, der sich mit einem etwas ernsteren Thema beschäftigt, das mir schon lange auf der Seele brennt. Ich weiß nicht, ob es mir jetzt verstärkt auffällt, weil ich älter geworden bin, oder ob es tatsächlich immer öfter Gang und Gäbe in der heutigen Zeit ist, aber es passiert immer häufiger, dass ich beim Mangalesen (keine Scanlations, wohlgemerkt, sondern richtige Mangas, von renommierten hiesigen Verlagen) über Folgendes stolpere:

Alle, die sich jetzt fragen "Ja, und?" werden mit meinem restlichen Eintrag vermutlich nicht glücklich werden und ich bereite mich schon mal auf eine Welle von Sich-Beleidigt-Fühlenden vor. Und nein, ich beziehe mich nicht auf das grammatikalisch unglückliche "Es ist morgens", auch wenn das natürlich auch nichts ist, worauf man stolz sein müsste... Nein, ich rede von O-too-sans, O-kaa-sans, O-nii- und O-nee-sans, von Sempais und Senseis usw. Ich kann's NICHT MEHR SEHEN!!!

Ich schlage einen Manga auf und bin sofort genervt, wenn ich solche Ausdrücke lesen muss. Seit wann ist das so?! Seit wann muss man diese japanischen Begriffe kennen, wenn man einen Manga liest? Seit wann ist es "uncool" geworden, Familienmitglieder nicht mit ihren deutschen Begriffen anzureden? Was ist an "Mutter", "Vater", "Bruder", "Schwester", "Oma" so falsch, dass es nicht mehr benutzt wird und wir Mangaleser stattdessen mit den japanischen Begriffen zugemüllt werden? Ich verstehe das einfach nicht! Mit den Suffixen "San", "Kun" und "Chan" könnte ich ja noch leben, auch wenn ich die schon überflüssig finde... Aber muss jede noch so kleine Nuance in der japanischen Höflichkeit und Anrede auch in unseren Breitengraden ohne jegliche Erklärung auf den Leser losgelassen werden? Früher wurden solche Begriffe wenigstens mit einer Fußnote versehen und übersetzt, wenn man es schon im eigentlichen Text lassen wollte, heutzutage wird es einfach kommentarlos stehen gelassen. Wenn du es verstehst, hast du es gut, wenn nicht, hast du Pech!

Ich lese Mangas inzwischen seit über 10 Jahren und habe drei Jahre lang Japanisch in einer Volkshochschule gelernt, darum verstehe ich natürlich, was da steht. Aber wenn ein potentieller Neuleser einen Manga aufschlägt und mit so etwas bombardiert wird, kann ich ihm nicht verübeln, wenn er ihn sofort wieder ins Regal zurückstellt und sich nie wieder in die Mangaabteilung verirrt. Und die Verlage wundern sich, wo der Nachwuchs bleibt... Ganz ehrlich, den habt ihr mit Seiten wie diesen vergrault:

Das killt doch jede Stimmung! Es wirft einen voll aus dem Lesefluss und man muss sich fragen, warum solche Worte da stehen, wenn es doch deutsche Begriffe dafür gibt! Gibt es eine tiefere Bedeutung in dieser Szene, dass diese Übersetzung gewählt wurde? Ist es wichtig, welchen Suffix wer verwendet um wen anzusprechen? NEIN! Für uns Deutsche ist das absolut schnuppe, weil wir eine andere Kultur, ein anderes Höflichkeitssystem, eine andere Rangordnung haben, als die Japaner. Solche Nuancen machen in unserer Sprache keinerlei Sinn! Ein kreativer Übersetzer kann durchaus ein deutsches Äquivalent finden, der für uns verständlich ist. Es so zu lassen, wie es ist, wirkt auf den "normalen" Leser einfach nur wie ein Zeichen von Faulheit... Nur die japanophilen Leser freuen sich, weil es so "true" ist. Peinlich!

Das führt natürlich auch zu unfreiwilliger Komik! Sei es nun, durch eine mögliche zweite Bedeutung...

(JAAA, bitte! Ich würde mich sehr freuen, wenn du aufhören würdest, ihn Too-San zu nennen, Kyoko! XDD)

...oder durch eine Anreihung von mehreren solcher Begriffe, wodurch ganze Sprechblasen zu Kauderwelsch werden:

Natürlich hat keiner dieser Begriffe eine Fußnote verpasst bekommen. Und was kriegt stattdessen eine Fußnote, fragt ihr euch?

Genau, ein deutscher Begriff, den eigentlich wirklich jedes Kind kennen sollte. So tief sind wir also schon gesunken...

In solchen Momenten weiß ich oft nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Wann hört das endlich auf?!! Warum kriegen wir keine deutsche Übersetzung, die wir auch verstehen und genießen können? Und kommt mir bitte nicht mit "Aber so lernen die Leser auch mal eine neue Sprache/neue Kultur kennen" - FALSCH! Durch dieses japanophile Gebrabbel lernt man gar nichts. Indem man einfach mit Fremdwörtern um sich schmeißt, ohne irgendwas zu erkären, erreicht man nur, dass die Leute es falsch aufschnappen und schließlich falsch anwenden. Oder warum unterschreiben 90% der Daisuki-Leserinnen ihre Leserbriefe mit "Yuki-Chan" oder "Tsuki-Chan"? Weil ihnen niemand erklärt hat, dass Japaner sich selbst NIE mit Suffixen anreden! Wenn man sich einem Japaner mit "Watashi wa Yuki-Chan" vorstellt, würde er sich innerlich totlachen (denn er wäre zu höflich, es ins Gesicht zu tun) oder einen als Verrückt abstempeln. Danke, Manga!

Auch wenn ich jetzt viele Witze reiße, in Wahrheit ist die Situation sehr ernst. Ich fürchte einfach, dass wir Mangafans uns bereits in einer festbetonierten Nische befinden, wo es weder rein noch raus geht. Wir haben einen eigenen Kleidungsstil (Cosplay, Emo), einen eigenen Musikstil (J-Pop, -Rock) und inzwischen schon eine eigene Sprache, deren Code nicht mal alle aus den eigenen Reihen kennen! Es ist für Neulinge und Interessierte fast unmöglich geworden, jetzt noch Anschluss zu finden! Jeder, der mal versucht hat, Außenstehenden (Eltern, Kollegen, Freunden) die Welt der Manga näher zu bringen, weiß, wovon ich spreche. Die Verlage klagen über mangelnden Nachwuchs und sinkende Verkaufszahlen... und schlagen gleichzeitig mit solchen sprachlichen Entgleisungen immer mehr Nägel in den eigenen Sarg.

Ich hoffe einfach, dass dieser ganze japanophile Quatsch endlich aufhört. Es bringt keinem was und am wenigsten der hiesigen Mangaszene. Wir haben eine eigene Sprache, eine eigene Kultur. Wir müssen sie nicht mit der Japanischen vermischen um die Geschichten aus Japan genießen zu können. Ich persönlich genieße Geschichten, deren Übersetzer es schaffen, mit der deutschen Sprache zu spielen und Entsprechungen für die, zugegeben oft sehr schwer zu übersetzenden, japanischen Floskeln zu finden. Die Arbeit eines Übersetzers ist nicht immer leicht. Aber es ist keine Lösung, einfach die Hälfte des Textes so zu belassen, wie es ist. Vor allem von professionellen Verlagen und Übersetzern erwarte ich professionelle Arbeit. Oder ist das in Übersetzungen aus dem Englischen, z.B. bei Büchern, üblich "Father", "Mother" und "Big Brother" zu lassen? Ich glaube nicht!

Ich hatte lange den Eindruck, dass ich ziemlich alleine mit dieser Meinung dastehe, aber zum Glück gibt es offenbar noch andere, die so denken. So habe ich mit Erleichterung und mit Entsetzen neulich im EMA-Forum folgende Kritik gelesen:

Schon lange habe ich mich auf das Erscheinen von "Arata Kangatari" gefreut und mir diese Woche den ersten Band zugelegt. Und nun bringt mich dieser Band dazu, Kritik an seiner Übersetzung auszusetzen. Bisher war ich mit den Übersetzungen, die EMA abliefert, soweit eigentlich zufrieden und habe eher selten etwas zu meckern gehabt. Doch was mir an diesem Band sehr unangenehm aufgefallen ist, ist die viel zu große Dichte an japanischen Worten, die nicht übersetzt sondern im Japanischen belassen wurden.
Lassen wir einmal Eigennamen oder Kreationen der Autorin bezüglich dieser Welt außer Acht, die vielleicht nicht übersetzt wurden da passende deutschsprachige Entsprechungen nicht gefunden werden konnten oder der Bedeutung nicht gerecht wurden. Aber seit wann werden denn inzwischen Worte wie "Kawaii" nicht mehr übersetzt? Beim ersten Mal auftauchen auf Seite 30 hab ich es noch für einen Fehler gehalten, aber 8 Seiten später steht es wieder unübersetzt da. Ich kann ja immer noch verstehen, wenn Anhängsel wie -san und -sama belassen werden (obwohl davon auch nicht der Riesenfan bin) oder Worte wie Sushi oder Futon nicht übersetzt werden, da hier deutsche Entsprechungen meistens den Sinn verfehlen oder die Worte schon soweit im deutschen Wortschatz verbreitet sind, dass sie es in den Duden geschafft haben oder zumindest auch von der nicht japanbegeisterten Masse verstanden werden, aber für Worte wie "kawaii" trifft das doch definitiv nicht zu! Es gibt es passende deutsche Übersetzungen und man kann in keinem Fall davon ausgehen, dass dieses Wort von jedem Leser verstanden wird!
Sätze wie "Die ist ja kawaii!" kreiieren für den deutschen Leser eine exotische Szenerie an einer Stelle, an der die japanische Autorin keinen Exotismus vorgesehen hat, da sie ein Wort aus dem normalen japanischen Wortschatz verwand hat (für Exotismus hätte sie wohl eher auf die englische Sprache zurückgegriffen). Es hätte also vollkommen ausgereicht hier "kawaii" mit "niedlich", "süß", "hübsch", "entzückend" usw. zu übersetzen.
In meinem Fall hat diese Beibehaltung meinen Lesefluss sehr gestört - so sehr, dass ich das jetzt hier kundtun muss ^^; Ich finde, der Manga selbst ist schon voll genug mit Eigennamen und Kreationen der Autorin in die sich der Leser erst einarbeiten muss. Dieser Prozess wird aber sicher nicht erleichtert, wenn man dann auch noch dazu übergeht, "normale" Worte im Japanischen zu belassen. Was machen denn z.B. Manga-Einsteiger, der von solchen Sachen noch gar keine Ahnung hab?
Ich weiß nicht, bin ich die Einzige, die sich an sowas stört?

Nein, bist du nicht! Ich kann dich sehr gut verstehen und ich hoffe einfach, dass ich durch diesen Eintrag ein bisschen aufrütteln und zum Nachdenken anregen konnte. Ich will niemanden beleidigen oder denunzieren. Ich will einfach meine Verzweiflung in die Welt schreien! Und ich hoffe, dass noch mehr Leute, die meine Meinung teilen, das tun, damit die Verleger und die Übersetzer und schließlich die Mangafans mal aufwachen und erkennen, dass das weder cool noch hipp ist, sondern einfach nur peinlich...

Danke fürs Lesen! Abschließen möchte ich meinen Beitrag mit der folgenden Szene, die mir völlig aus der Seele spricht:

Du sagst es, Schwester!

Bis bald!
Eure Menolly

Frohes Neues Jahr!

01. Jan. 2011 11:37
in Aus meinem Leben

Ein neues Jahr ist also mal wieder angebrochen. Ich wünsche euch allen ein schönes Jahr 2011! :D

Letztes Jahr ist viel passiert und gleichzeitig auch sehr wenig... Ich fühlt sich an, als sei es wahrlich vorbei geflogen. Vielleicht hat es ja was mit dem Alter zu tun (obwohl ich so alt ja noch gar nicht bin °__^), dass ein Jahr in Relation zur vergangenen Zeit nicht mehr lange vorkommt, vielleicht aber auch damit, dass ich letztes Jahr wirklich viel gearbeitet habe und hauptsächlich am Zeichentisch verbracht habe. Wenn man in Arbeit versunken ist, dann merkt man gar nicht, wie die Zeit vorbei fliegt...

Einerseits bin ich glücklich, das letzte Jahr mit meinem Lieblingsjob verbracht zu haben, andererseits nagt es natürlich an mir, dass für Anderes nicht viel Zeit blieb. In Zukunft will ich das auf jeden Fall ändern und ein bisschen mehr Abwechslung in meinen Alltag bringen. Ich will noch viel mehr Lebenserfahrung sammeln, ich will viel lernen und auch ein besserer Mensch werden. :)

Die Erfolge des letzten Jahres liegen auf der Hand: Ich habe zwei weitere Bücher gezeichnet und meine große Serie hiermit abgeschlossen. Ich habe viele neue Leute kennen gelernt. Mein Vorsatz für 2010 war ja, ein umgänglicherer Mensch zu werden und nicht mehr so oft missverstanden zu werden. Ich glaube, ich habe es einigermaßen durchgehalten. ;) Ich will einfach besser mein wahres Wesen mit dem vereinbaren, was Andere von mir erwarten und zu wissen glauben. Ich habe das Gefühl, diesem Ziel wieder ein Stück näher gekommen zu sein. Ich habe einen Preis gewonnen. Der Animania-Award für Life Tree's Guardian hat mir wirklich viel bedeutet! Ich zeichne zwar nicht für Preise, aber es ist natürlich ein schönes Gefühl, wenn die Arbeit in irgendeiner Weise anerkannt wird, besonders wenn es ein Publikumspreis ist. Schließlich zeichne ich ja für das Publikum! :D Das war also eine tolle Sache!

Und was nehme ich mir für das nächste Jahr vor?

Ich werde was Neues ausprobieren! :D Ich will darüber noch nichts Genaueres sagen, aber mein Leben wird sich in den nächsten Monaten verändern. Ich werde wieder umziehen. (Ja, die Mangaka-WG löst sich auf... ;___; Es war eine schöne Zeit! Und nein, diesmal ist es kein April-Scherz! XD) Und auch arbeitstechnisch kommen neue Dinge hinzu. Mehr werde ich erst erzählen, wenn alles in trockenen Tüchern ist. Für mich wird das eine große, neue Erfahrung sein! Ich freue mich schon riesig drauf und bin ganz aufgeregt, wenn ich dran denke! :) Aber keine Sorge, ich werde dennoch weiter zeichnen. Wenn ich gut bin, werdet ihr gar nicht merken, dass sich irgendwas verändert hat. ;)

Passend dazu kommt auch noch meine neue Homepage. :) Ich rede ja schon eine Weile davon und hatte ja gehofft, sie noch im letzten Jahr fertig zu kriegen. Das hat ja nun nicht wirklich geklappt... Aber in diesem Jahr (hoffentlich noch in diesem Monat) wird es auf jeden Fall soweit sein! Das wird auch ne tolle Sache! Und dann wird auch Schwarzer Kater weiter gehen! Tut mir leid, dass ich es nicht geschafft habe, ich weiß, ihr wartet sehnsüchtig drauf... Ich stelle eure Geduld wirklich auf die Probe... Tut mir echt leid...

Ich will mich im Neuen Jahr nicht mehr überarbeiten. Das ist, glaube ich, mein größter Vorsatz. Ich neige schnell dazu, eine Arbeit, die ich liebe, bis zum Zusammenbruch zu machen. Das muss sich einfach ändern. Denn auf die Dauer ist das keine besonders gute Arbeitsstrategie. ;) Ich werde auf jeden Fall besser auf mich aufpassen, das soll aber nicht heißen, dass ich meine Arbeit weniger leidenschaftlich machen will. Beides muss irgendwie gehen und ich will in diesem Jahr weiter nach diesem Mittelweg suchen. :)

Ich danke euch für die Unterstützung letztes Jahr und bitte euch weiterhin um euren Rückhalt! Ich werde ihn brauchen! Und ein frohes Neues Jahr wünsche ich euch von ganzem Herzen!

Eure Menolly